Herzklappenerkrankungen
Egal ob Aortenklappe, Mitralklappe oder Trikuspidalklappe:
Entscheidend für die richtige Behandsstrategie ist das Verständnis über die zugrunde liegende Pathologie.
Während es bei Insuffizienzen möglich sein kann die betreffende Herzklappe zu rekonstruieren (reparieren) ist bei einer Stenosierung (Verengung) ein Ersatz notwendig.
Die Wahl der richtigen Operationsmethode wie auch die Wahl der richtigen Herzklappenprothese ist eine höchst individuelle Entscheidung.
Biologischer oder mechanischer Herzklappenersatz? Was ist die richtige Herzklappe für mich?
Welche Herzklappenprothese für Sie persönlich die richtige Entscheidung ist hängt von vielen Faktoren ab.
Grundsätzliches:
Der unumstrittene Vorteil einer mechanischen Herzklappe ist, dass sie ein Leben lang hält. Auch in jungem Alter ist somit nicht von einer Re-Operation auszugehen. Der bedeutendste Nachteil liegt in der unbedingten Notwendigkeit einer lebenslangen Blutverdünnung mit Marcoumar. Marcoumar ist eine blutverdünnendes Medikament, das über die regelmäßige Kontrolle des sogenannten INR-Wertes im Blut eingestellt und dosiert wird. Das bedeutet lebenslange, regelmäßige INR-Kontrollen, welche aber nach Einschulung durchaus auch selbst zu Hause durchgeführt werden können, und die unbedingte, verlässliche, tägliche Einnahme des Medikamentes. Eine Blutverdünnung wie mit Marcoumar bedeutet auch eine erhöhte Blutungsneigung, was vor allem bei jungen PatientInnen die sportlich sehr aktiv sind oder auch bei jungen Patientinnen mit noch nicht abgeschlossener Familienplanung durchaus wichtig zu bedenken ist.
Im Unterschied dazu ist bei einem biologischen Herzklappenersatz keine lebenslange Blutverdünnung notwendig. Je nach Herzklappe kann eine Blutverdünnung für 3 Monate notwendig sein, danach ist meist eine Thrombozytenaggregationshemmung mit Thrombo-ASS ausreichend, welche keine Einschränkung hinsichtlich Sport oder Kinderwunsch darstellt.
Allerdings hat eine biologische Herzklappenprothese eine begrenzte Lebensdauer. Je nach Art und je nach Klappe welche ersetzt wird kann die Lebensdauer deutlich variieren. Abhängig von vielen Faktoren, unter anderem an welcher Stelle im Herzen die Klappe implantiert wird, wie alt und aktiv Sie selbst sind und noch vielen weiteren Faktoren. Wenn nach Jahren im routinemäßigen Herzultraschall eine beginnende Degeneration festgestellt wird, kann in weiterer Folge eine Re-Operation, also ein erneuter Eingriff notwendig werden.
Welche Faktoren für Sie persönlich am ausschlaggebendsten und relevantesten sind ermitteln wir im gemeinsamen Gespräch.
Die Beratung bezüglich der für Sie, in Ihrer individuellen Lebenslage, am sinnvollsten geeigneten Herzklappenprothese stellt für mich eine der absoluten Kernberatungsthemen in meiner Ordination da.
Selbstverständlich informiere ich Sie ausführlich über das Pro und Contra beider Varianten und die internationalen Leitlinien.
Mein Ziel ist, dass Sie alle notwendigen Informationen bekommen um selbst eine fundierte Entscheidung zu treffen, mit der Sie dann auch nach der Operation auf Dauer zufrieden sind!
